"Spuren von Jesus" - Narrenmesse 2018

 

Fasnetspredigt 11.2.2018  zu Markus 1, 40-45:  „Spuren von Jesus“

Meine Lieben, hört mir zu,
ich lass euch eh sonst nicht in Ruh.
zur Fasnet reim ich euch mein Wort,
wie`s Brauch ist jetzt so hier und dort.
Fasnet ist ja großer Spaß,
doch auch zu lernen gibt es was.
Dass ihr nicht bleibt betrübt und dumm,
schaun wir ins Evangelium:
Geheimnisvolles, liebe Leute,
steht hier von Jesus für uns heute,
drum nachzuforschen gilt es tief -
der Pfarrer wird zum Detektiv!

[Pink Panter]

Wir finden raus, was da passierte,
als Jesus Lepra reparierte,
wie das wohl zuging ganz genau,
damit auch heute Mann und Frau,
daraus so ihre Lehren ziehen,
um ihren Nöten zu entfliehen.
Wir hörten ja von Markus heute,
wie Jesus den Patient erfreute,
der fern von allen leben musste,
da man um seine Krankheit wusste.

[Muss i denn, muss i denn]

Er war von Aussatz übersät
Und jede Hoffnung kam zu spät.
Drum eilte Jesus er entgegen.
Ich kombinier`:  der Heilung wegen!
Er warf sich fromm auf seine Knie
Und bettelte so wie noch nie:
„Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen,
bevor der Tod wird mich ereilen!“
Jesus sah ihn voll Mitleid an,
berührte ihn und sagte dann:
„Ich will, sei rein, mein lieber Mann.
Ich gebe, was ich geben kann.“

[Ich bin der Dr. Eisenbart]

Ein Rätsel bleibt mir das Motiv,
warum nur Jesus so weit lief,
und auf alle Geplagten schaute,
und sich für sie zu handeln traute.
Dieser Jesus ist verdächtig,
nicht nur zu beten höchst andächtig,
nein, über jedes Mass hinaus,
menschlich zu sein so überaus.
Wohl um den Vater nachzuahmen,
liebt er die Armen und die Lahmen.
Weil Menschen mehr sind als ein Tier,
gilt ihm: Wie GOTT mir, so ich dir!
Jesus will mehr als nur vergelten.
So ein Fall ist wirklich selten.

[Tatort]

Mein Verdacht wird noch erhärtet,
wenn die Spuren sind verwertet,
wie die Geschichte weitergeht,
und der Geheilte das versteht:
Jesus sagt‘ ja „Auf Wiedersehn“.
Er sollt auch noch zum Priester geh‘n,
der führt‘ dort das Gesundheitsamt,
wo niemals ward ein Fall verschlampt.
Dort sollte der Patient sich zeigen
Und dann aber bei andern schweigen,
weil Jesus ja kein Superstar,
sondern ein Gottesfreund fürwahr.
Klar, der Geheilte denkt nicht dran,
erzählt es vielmehr jedermann,
wie sollt er´s auch für sich behalten,
wenn Gott lässt solche Wunder walten?
Darauf musst‘ Jesus sich verstecken,
in kleinen Orten, hinter Hecken.
Zur Fahndung schrieb man ihn gleich aus.
Den Wundermann sucht Mann und Maus.
So kamen zu ihm ganze Scharen,
die voll von ihm begeistert waren.

[Atemlos durch die Nacht]

Begeisterung und echte Liebe,
wo man nicht ausnutzt und setzt Hiebe,
das ist auch was für euch, ihr Freunde,
schließ‘ ich aus dem, was Jesus meinte.
Doch wo sind jetzt noch seine Spuren,
bei euch im Ort und auf den Fluren?
Ich find‘ nur Glanz und Großprojekte.
Wo ist das Herz, das Jesus weckte?
Zum Beispiel gibt’s den Tatbestand,
dass man in eurem schönen Land,
ein‘ Tunnel durch die Achalm bohrte,
dass viele Autos jeder Sorte,
um Reutlingen rumkämen schneller.
Doch das allein macht keinen heller!
Den Tunnel hab ich jüngst durchquert.
Das war modern, und doch verkehrt!
Denn schließlich wollt ich nach Wannweil,
s‘ ging zehn Mal länger trotz der Eil!

[Hit the road Jack]

Längst macht man den Menschenversuch,
wobei die Stadt ist voll Geruch.
Freilich solls künftig nicht so stinken:
Bosch-Software läuft nun auch beim Blinken!
Stickstoff und Staub atmen wir ein,
als wär es Weihrauch superfein.
Das zeigt der Welt halt auch den Luxus,
wenn keiner nimmt den Linienbus.
Gegen den Dreck von dem Verkehr,
stellt Moos man auf als Gegenwehr,
als Alibi an d‘ Lederstraße,
um auszufiltern die Abgase.
Folgt Reutlingens Gesetz famos,
das lautet: Ohne Moos nix los!

[Money, money, money]

Ins glänzende Theater floss
zusätzlich jetzt am meisten Moos.
Tonnen-weise Kunst braucht Gelder.
Theater jedoch mach‘ mr selber!
Schaut, wie Berlin politisiert,
und lieber nicht als falsch regiert.
Ein gutes Vorbild wär katholisch:
Gewählt wir dabei mehr symbolisch.
Dazu sperrt ein man Kardinäle,
bis einer rauskommt auf der Stelle
als Papst, bestimmt vom Heilgen Geist.
Der sanfte Druck die Zukunft weist!

[Großer Gott]

Kniffliger Fall, die Spurensuche:
In Betzingen ich’s mal versuche!
Ob man sich hier nach Jesus richtet,
auf Geld und Ansehn gern verzichtet,
der Güte und der Menschen wegen?
Wenn das so wär, das wär ein Segen.
Gleich beim Zuhause unsrer Narren,
gibt’s hier die Mühle, die tut knarren.
Die will man reparieren flott,
doch was zu mahlen, lieber Gott?
Mit Ungeziefer kein Erbarmen,
auch keine Wohnstatt für die Armen.
Dies Mühlenhaus, es macht uns stolz,
darum wird nicht versetzt das Holz.

[Es klappert die Mühle am rauschenden Bach]

Begrüßt ihr wenigstens mal dann -
so wie Jesus den Lepra-Mann -
bei euch die armen Heimatlosen?
Ihr macht euch lieber in die Hosen!
Bei Flüchtling‘ gibt’s euch zu viel Fremde,
und dass das nimmt ein rasches Ende,
schaut ihr sogar in d‘ Bibel schnell,
schickt sie zurück in d‘ Wüste, gell?
Denn Israel hätt‘  auf der Flucht,
auch 40 Jahr‘ dort rumgesucht.
Kommt gar ein Terror-Muselmann,
sei’s außerdem unmöglich dann,
die andre Wange hinzuhalten,
weil schon der Kopf dir abgespalten!

[Time to say good bye]

Von Jesu Hoffnung wenig Spuren:
Zu wichtig scheinbar Schmuck und Uhren,
SUV, Urlaub, Thermomix,
und Saufen, wenn es kostet nix.
Halt, gar nicht jede Spur ist düster:
Sankt Martin wollt‘ Außenminister
werden im Gruselkabinett
mit rotem Mantel, wirklich nett.
Der Fall verwirrt mich freilich ganz.
Es ist nicht Martin mit der Gans,
den ihr kennt vom Laternenlauf,
der hätt‘ vermutlich viel mehr drauf.
Und noch ein Martin viel geehrt,
hat euch ein Luther-Jahr beschert.
Viel Rede war da von Kultur,
von Luthers Sprache und Natur.
Dabei war Luther Glaubensmann,
es lag ihm wirklich viel daran.
Wie Martin, nach dem er benannt,
hat er den Jesus gut gekannt!

[Sankt Martin, Sankt Martin]

Ich kombinier‘ als Detektiv:
Wir sehn zu vieles negativ:
Wenn Jesus übers Wasser geht,
sagt ihr, dass ihr daran nur seht,
dass nicht einmal er schwimmen kann,
dieser größte Gottesmann.
Was sind wir´s ganze Jahr für Narren,
dass wir bei solchen Trends verharren.
Wir wolln doch Gottes Boten sein,
ihm unser Mund und Hände leihn,
und seine Liebe weitergeben,
dass alle Menschen daraus leben.
Motive, Spuren, und Verdächt‘ge
für Gottes Werke gibt es prächt‘ge.
Auch ihr seid, alle die hier sitzen,
irgendwie doch Jesu Komplizen.
Ich hab Beweis genug zusammen,
Ihr seid verhaftet, sag ich. Amen!

[Wer hat an der Uhr gedreht]


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Fürbitten

Mit Humor halten wir aus, dass noch weit nicht alles ist, wie es sein soll. Mit Humor hältst auch du uns aus, Gott, und hörst unsere Hilferufe, wo wir nicht weiterwissen. Mit Humor können wir auch beten:

- Herr, setze dem Überfluss Grenzen und lass die Grenzen über­flüssig werden. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

- Lass die Leute kein falsches Geld machen, aber auch das Geld keine falschen Leute. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

- Nimm den Ehefrauen auch mal das letzte Wort und erinnere die Ehemänner stets an ihr erstes. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

- Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

- Bessere all jene Beamten, Geschäftsleute und Arbeiter, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

- Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

- Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen, aber nicht sofort. Christus höre uns!
Alle: Christus, erhöre uns

Weil wir deine Kinder sind, himmlischer Vater, hörst du uns an, mit allem, was wir auf dem Herzen haben, heute und alle Tage bis in Ewigkeit.