Martinsumzug in Ohmenhausen

In diesem Jahr begann unser ökumenisches Martinsfest am 9.November an der Waldschule.

Der Projektchor der Waldschule stimmte uns ein auf den Martinstag. Begrüßt wurden wir von Pfarrer Heiko Zürn und Gemeindepraktikantin Veronika Tiline-Vitez.
Über 300 Kinder und Erwachsene begleiteten anschließend den heiligen Martin – nachgespielt von Emma - auf seinem Pferd mit Liedern und Laternen von der Waldschule zur Kirche St. Johannes.

Der heiligen Martins von Tours (316-397) wurde in Ungarn geboren und trat mit 15 Jahren in die römische Armee ein. Er teilte am Stadttor von Amiens (Frankreich) seinen Mantel mit einem frierenden Bettler.
An der Kirchentüre erwartete uns ein armer und Bettler- gespielt von Hania. Nach der Martinsgeschichte gab es einen heißen Punsch, sowie frische Brezeln vom Bäcker Rilling, die Bezirksbürgermeistern Heide Schnitzer und Pfarrer Zürn verteilten.

Vielen Dank an die vielen Helferinnen und Helfer, insbesondere an Familie Scheuermann für die Bereitstellung und Begleitung des Martinspferdes.

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Die Nächstenliebe des HEILIGEN Martinus * 316/317 (oder um 336), † 8. November 397 (?)

Er schenkt am Tore von Amiens einem Armen die Hälfte seines Mantels

Er empfängt die Taufe
Von SULPICIUS SEVERUS - Kirchenschriftsteller,* um 363 in Aquitanien; † zwischen 420 und 425 in Südgallien) schrieb die erste Biografie des heiligen Martin von Tours.

Und so geschah es einmal, daß er, nur mit seinen Waffen und einem einfachen Soldatenmantel be­kleidet, mitten in einem Winter, dessen Strenge grimmiger war als gewöhnlich, so daß die Gewalt der Kälte gar viele tötete, am Tore der Hauptstadt der Ambianer [Amiens] einem nackten Armen begegnete: der bat die Vorübergehenden, sich seiner zu erbarmen,

es gingen aber alle an seinem Elend vorbei;da begriff der von Gott erfüllte Mann, daß der Arme ihm vorbehalten sei, da die andern kein Mitleid mit ihm hatten.

Was sollte er aber tun? Er besaß nichts als den Mantel, den er anhatte, alles übrige hatte er verschenkt. Da er­griff er das Schwert, mit dem er umgürtet war, teilte den Mantel in zwei Teile, gab den einen dem Armen und hüllte sich selbst in den andern.

Da lachten einige von den Umstehenden, weil er mit seinem zerschnittenen Mantel sehr häßlich aussah. Viele aber, deren Verstand gesünder war, seufzten tief auf, weil sie nichts dergleichen getan, obwohl sie mehr besaßen und darum den Armen hätten bekleiden können, ohne sich selbst zu entblößen.

Und als es Nacht geworden war und er sich dem Schlafe hingegeben hatte, erschien ihm Christus, angetan mit dem Teil des Mantels, den er dem Armen gegeben hatte. Man gebot ihm, den Herrn aufmerksam anzuschauen, und das Kleid, das er verschenkt hatte, zu erken­nen.

Und alsogleich hörte er Jesus mit lauter Stimme zu einer großen Schar von Engeln spre­chen, die ihn umstanden: »Martinus, der noch ein Katechumene (Taufbewerber) ist, hat mich mit diesem Man­tel bekleidet!«

Wahrlich, der Herr gedachte der Worte, die er einst vorhergesagt:

»Was ihr einem der Geringsten getan, das habt ihr mir getan«,

und bekannte, daß Er in dem Armen bekleidet worden; und um eine so schöne Tat mit seinem Zeugnis zu bekräftigen, geruhte Er, sich in dem gleichen Gewand zu zeigen, das der Arme emp­fangen hatte. Als der selige Mann solches sah, da berauschte ihn nicht menschlicher Stolz, sondern er erkannte in seiner eigenen Tat das Wirken der göttlichen Gnade und ließ sich - er war achtzehn Jahre alt - eilends taufen.